Beschreibung des Wappens

ZILTENDORF

Landkreis Oder-Spree

Bundesland Brandenburg

 

PLZ: 15295

Vorwahl: 033653

Einwohner: 1570

Fläche: 28,69 km²

ZILTENDORF erstmals erwähnt am 4. Juni 1316 unter dem Namen Tzultendorp, gelegen am Rande der Oderaue zwischen Oder-Spree-Kanal und dem Grenzfluß Oder, erstreckt sich mit seinen beiden Ortsteilen Ernst-Thälmann-Siedlung und Aurith über eine Fläche von ca. 29 km².

 

Von 1406 bis 1817 (mit Ausnahme einer sechsjährigen Verpachtungszeit) war das Dorf in Stiftbesitz Neuzelle. Im Verlauf der Jahrhunderte wechselte auch die territorial-politische Zugehörigkeit unseres Ortes. So war es als Bestandteil des Markgraftums Niederlausitz, bis zum Prager Frieden von 1635, der böhmischen Krone zugehörig. Gemäß den Festlegungen im Traditionsrezess des Prager Friedens wurde die albertinische Linie des Hauses Wettin mit den Markgraftümern Ober- und Niederlausitz belehnt, welche allerdings territorial selbstständig blieben, wobei der Kurfürst von Sachsen in Personalunion zugleich Markgraf der Oberlausitz als auch Markgraf der Niederlausitz wurde. Durch Beschluss des Wiener Kongresses von 1815 fiel die Niederlausitz von Sachsen an Preußen, das Markgraftum wurde aufgelöst und das Gebiet der Niederlausitz der Provinz Brandenburg angeschlossen. Darauf folgend gehörte es zum Kreis Guben und ab 1952 zum Kreis Fürstenberg(Oder) - später Kreis Eisenhüttenstadt-Land im Bezirk Frankfurt (Oder) der Deutschen Demokratischen Republik.

Heute ist es mit seinen ca. 1600 Einwohnern Verwaltungsbestandteil des Amts Brieskow-Finkenheerd im Landkreis Oder-Spree, des Bundeslandes Brandenburg.

 

Zu den Sehenswürdigkeiten des Ortes zählt unter Anderem die evangelische Dorfkirche, deren Grundsteinlegung am 11. Juni 1995 erfolgte und die feierliche Einweihung am 14. April 1996 stattfand. Sie wurde an gleicher Stelle neu errichtet, an welcher sich einst die 1702 im Fachwerkstil erbaute Dorfkirche unserer Gemeinde befand. Diese brannte im Zweiten Weltkrieg, am 28. März 1945, nach Artilleriebeschuss der vorrückenden Roten Armee, völlig aus. Von historischer Bedeutung sind die beiden Kirchenglocken, von welchen die größere Glocke aus dem Jahr 1503 datiert ist und die Kleinere bereits im 14. Jahrhundert gegossen wurde.

 

Bis ca.1960 machte die Ziltendorfer Mühle den Ort, neben Müllrose, zu einem bedeutenden Mühlenstandort im Umkreis. Im Jahr 2008 begann man dann, nach längerer Brache des Areals, mit dem Abriss der Mühle, sowie der ehemaligen Villa des Mühlenbesitzers, welche noch bis in die späten 90er Jahre als Landambulatorium verschiedene Arztpraxen beherbergte.

 

Am Ortsrand wurde in den fünfziger und sechziger Jahren für den VEB Bandstahlkombinat "Hermann Matern" (heute "ArcelorMittal Eisenhüttenstadt") ein großer Verschiebebahnhof gebaut. Durch den Umbau der B 112 zur Autostraße, der Oder-Lausitz-Trasse, führt eine hochwertige Fernverkehrsstraße direkt am Rangierbahnhof Ziltendorf entlang. Damit hat er direkten Anschluss an das Autobahnnetz sowohl nach West- als auch nach Osteuropa.

 

Das "Jahrhunderthochwasser" der Oder im Jahre 1997 überflutete die gesamte Oderaue mit den beiden Ortsteilen , welche Dank zahlreicher Spenden und Aufbauhilfe in den darauffolgenden Jahren wiederhergestellt wurden.

 

Im April 2011 wurde das Bahnhofsgebäude abgerissen welches mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke der Niederschlesisch - Märkische Eisenbahn im Jahr 1846 errichtet wurde und ein dreiviertel Jahrhundert den Bahnreisenden willkommen hieß.

 

Im Juli 2015 wurde nach einem Blitzeinschlag, die zum Gedenken der Opfer des Deutsch-Französischen Krieges 1872 in der Oderstraße gepflanzte Friedenseiche, auf eigenmächtige Weisung des Amtsdirektors gefällt.

 

Ziltendorf heute

 

Anfang dieses Jahrhunderts wurden, trotz unzureichender kommunaler Finanzen, verschiedene "Vorzeigeobjekte" im Dorfzentrum errichtet. So z.B. das neue Gemeindezentrum, das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr, die neu errichtete Friedhofsmauer sowie die Neugestaltung der Kriegsgräberstätte.

Dabei blieb, im Gegensatz zu anderen Gemeinden, unter anderem der Straßenausbau bzw. deren Instandhaltung auf der Strecke.

Ein in den 90'er Jahren erschlossenes Gewerbegebiet liegt, ausgenommen die Nutzung durch zwei ortsansässige Firmen und der Kinderhäuser Oder-Neiße e.V., seit jeher brach.

Durch einen Verkauf von Bauland im Ortskern wurde versucht das vorhandene "Loch in der Finanzkasse" zu schließen. Durch die damit verbundenen Abholzungen der Robinien- und anderer Baumbestände verliert der Ort mehr und mehr seinen ländlichen Charakter.

Langfristig wird dies keine finanzielle Verbesserung versprechen, jedoch zu einer nicht wiedergutzumachenden Schädigung der Natur führen.

Derzeit erfährt der Ort eine zunehmende Verbauung mit Eigenheimen, bei offiziell sinkenden Einwohnerzahlen.

Der Straßenausbau wurde in der ersten und zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts wieder vorangebracht, wenn auch nicht immer die Bedürfnisse der Anwohner dabei die primäre Triebkraft waren. Angedachte, sinnlose Straßenbauprojekte des Landes bzw. Bundes in der näheren Peripherie des Ortes, könnten einen weiteren "Rückbau der Natur" und ein Ausbleiben der bis dato noch erschienenen Touristen und Naturliebhaber mit sich bringen. Dem versucht man unter anderem mit der Einrichtung einer Fährverbindung zwischen Aurith und Urad (Polen) entgegen zu wirken, was aber letztendlich dem Ort selbst keine Einnahmen sondern mehr nur Ausgaben bescheren dürfte.

 

Verkehr & Tourismus

 

Ziltendorf ist zu erreichen aus Richtung Frankfurt(Oder) bzw. Eisenhüttenstadt kommend, mit dem PKW über die Bundesstrasse112, sowie im Lininiennetz des öffentlichen Nahverkehr mit den Bussen des Busverkehr Oder-Spree (BOS) oder mit der Regionalbahn RB11 der Deutschen Bahn AG, sowie über den Regionalflugplatz-Pohlitz. Im Jahr 2016 erhielt die Bundesstraße 112, im Verlauf der Oder-Lausitz-Trasse, eine neue Streckenführung unter Umgehung unseres Ortes.

Ein gut erschlossenes Strassen- und Wegenetz, mit Anbindung an den Oder-Neiße-Radweg, bietet Radwanderern die Möglichkeit zur Erkundung der näheren Umgebung. So zum Beispiel der Oderaue, dem Pohlitzer Seengebiet oder dem nahegelegenen Schierenberg. Zur sportlichen Betätigung stehen die Waldsportanlage in Ziltendorf mit ihrem Tennisplatz sowie zahlreiche Angelgewässer rund um den Ort zur Verfügung. Darüber hinaus lädt im regionalen Umfeld der bekannte Naturpark Schlaubetal, mit seinen dichten Wäldern und zahlreichen Seen, Wanderer und Erholungssuchende ein. Zu den Sehenswürdigkeiten unserer Region zählt u.a. das Zisterzienserkloster Neuzelle.

 

Kommunalpolitik

 

Mit dem oft von offizieller Stelle gerne gebrauchten Slogan "Hier bei uns lässt es sich gut leben." wird dem Außenstehenden ein einträchtiges Miteinander suggeriert, welches man in den letzten Jahren mehr und mehr vermisst. Nach der Amtsnachfolge des langjährig amtierenden, ehrenamtlichen Bürgermeisters unserer Gemeinde, Frank-Reiner Vierling, welcher verfrüht im Jahr 2011 verstarb, entwickelte sich eine engere Anbindung an die Amtsverwaltung auf höherer Ebene, welche dem Bürger ein autoritäres Handeln der Administration vermittelt . Hierbei wird Meinungsfreiheit und Kritik durch die Einwohner zunehmend sanktioniert, was sich sogar darin zuspitzt, dass man unliebsame Kritiker mit an den Haaren herbeigezogenen Klagen vor Gericht bringt. Derartige Entscheidungen werden oftmals an den, von den Bürgern gewählten, Gemeindevertretern vorbei getroffen. Dabei werden gleichzeitig wichtige kommunalpolitische Aufgaben vernachlässigt, was der einzelne Bürger zumeist nur aus der Tagespresse erfährt, sofern er dafür Interesse zeigt.

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